Schützengesellschaft Jennewein Mauggen e.V.

In der Ortschaft Mauggen begann, wie auch sonst überall, mit der Verbreitung der Erfindung von James Watt, der Dampfmaschine, das technisierte Zeitalter.

Diese Dampfmaschinen wurden in der Landwirtschaft zum Antrieb des revolutionären Dreschwagens um die Jahrhundertwende eingesetzt.

Dampfdreschen

Dampfdreschen

Der nächste Meilenstein bei der Technisierung war der Einzug der Elektrizität. Diese zog Anfang des 20. Jahrhunderts in Mauggen ein. Wann die ersten elektrischen Anschlüsse erstellt wurden, ist nicht genau bekannt. Es liegt lediglich eine Karte vor, die den Stromnetzplan ca. im Jahre 1915 zeigt.

Transformatorstation

Transformatorstation 

Als letztes Anwesen wurde im Jahr 1954 der Pauker an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.

Dadurch wurde die Dampfmaschine, die auf Grund des hohen Gewichts schwierig zu transportieren war, immer mehr verdrängt. Das Sempt-Elektrizitätswerk hatte einen großen Elektromotor, der für den Antrieb von Dreschwägen geeignet war und mit dem von Hof zu Hof gezogen wurde. Als Alternative zu diesem Motor wurden die Dreschwägen dann auch immer mehr durch die ersten Traktoren angetrieben. So hatte das Raiffeisenlagerhaus einen Lanz Bulldog, der für diese Arbeiten verwendet wurde.

Zu dieser Zeit war ein öffentliches Telefon beim Wirt eingerichtet.

Vor dem 2. Weltkrieg gab es in Mauggen auch die ersten Kraftfahrzeuge, die nach und nach die Ochsen und Pferde ablösten.

Als erstes Kraftfahrzeug wurde ein Lastkraftwagen bei der Fam. Attensberger (heute Mesner) im Jahre 1932 angeschafft. Dieser diente vornehmlich zum Milch- und Biertransport. An den Wochenenden wurde ein Busaufbau auf den LKW montiert, und damit wurden Ausflüge veranstaltet.

LKW von Josef Attensberger 1933

LKW von Josef Attensberger 1933

LKW mit Busaufbau, Josef Attensberger 1933

LKW mit Busaufbau, Josef Attensberger 1933 

1935 konnte Josef Attensberger auch einen Omnibus sein eigen nennen, auch der erste Personenkraftwagen wurde von ihm im Jahr 1936 erworben.

Omnibus, Josef Attensberger um 1937

Omnibus, Josef Attensberger um 1937

Der weitere Einzug von Kraftfahrzeugen wurde durch den 2. Weltkrieg stark hinausgezögert, da diese in dieser Zeit nur zu militärischen Zwecken verwendet werden durften.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden zu Beginn der 50er-Jahre als erstes Motorräder von den Mauggnern angeschafft. Diese Fahrzeuge wurden hauptsächlich von den jüngeren männlichen Dorfbewohnern benutzt. So ist noch bekannt, dass unter anderem auf dem Knollhof eine 125cm³ Triumph und beim Ketterl eine 200er Däkopp in Betrieb waren.

Alois Mair auf 125 Triumph Anfang der 50er Jahre

Alois Mair auf 125 Triumph Anfang der 50er Jahre

Oimerbauer mit Bulldog 1950

Oimerbauer mit Bulldog 1950

1. Auto, Mair Franz 1955

1. Auto, Mair Franz 1955

Zu dieser Zeit wurden auch die ersten Traktoren gekauft. Als erster Bauer bekam im Januar 1950 der Oimer einen Eicher-Traktor. Bis ca. 1960 war auf jedem Bauernhof ein Bulldog im Einsatz. Somit wurden keine Rösser und Ochsen mehr gebraucht.

Mit einer kurzen zeitlichen Verzögerung hielten vermehrt die Autos Einzug und lösten somit die Motorräder weitgehendst ab. Der erste Nachkriegs-PKW in Mauggen war ein Opel Blitz, den der Oimerbauer im Jahr 1953 erworben hat.

In der Ortschaft Mauggen gab es relativ früh den ersten Mähdrescher; 1959 wurde ein solcher vom Lukasbauern zum erstenmal zur Getreideernte eingesetzt.

Claas Mähdrescher vom Lukasbauern

Claas Mähdrescher vom Lukasbauern

Auch nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Transportgeschäft von der Fam. Mesner weiter betrieben. Dabei stand vor allem der Milchtransport im Vordergrund, es wurden aber auch andere Güter transportiert. Bis 1970 wurde die Milch mit normalen Lkws transportiert, später wurden hierfür Tanklastwagen eingesetzt. Anfang der Neunziger-Jahre gab die Familie Mesner das Transportgeschäft auf.

Mercedes mit Kerschl Wolfgang jun. Mitte der 60er-Jahre

Mercedes mit Kerschl Wolfgang jun. Mitte der 60er-Jahre

Georg Mesner und Georg Altmann beim Milchfahren Ende der 60er-Jahre

Georg Mesner und Georg Altmann beim Milchfahren Ende der 60er-Jahre

In den 60er-Jahren wurden in den privaten Haushalten Telefonanschlüsse verlegt, so dass das öffentliche Telefon, welches am Anfang beim Wirt, später in der Poststelle und zuletzt in einer Telefonzelle untergebracht war, immer mehr an Bedeutung verlor. Dieses wurde Ende der 90er-Jahre durch die Verbreitung der Mobiltelefone endgültig überflüssig und wurde abgebaut.

Ende der 60ziger Jahre glich der nordöstliche Ortsrand von Mauggen einer Großbaustelle. In dieser Zeit wurde von der Firma Transalpine eine Erdölpipeline vom Hafen in Triest zur Raffinerie in Ingolstadt erstellt.

Bau der Erdölpipeline quer durch die Fluren

Bau der Erdölpipeline quer durch die Fluren

Quelle: Ortschronik Mauggen, 1053-2003, Herausgegeben von der Ortschaft Mauggen im Rahmen der 950-Jahrfeier, im März 2003